Das letzte Gefäss

Das letzte Gefäss

Memento mori

Das letzte Gefäss, die aus Tonerde geformte Urne als Behältnis für zurück gelassene, rein mineralische Essenz, reicht in die Ursprünge unserer Kulturen. Im Umgang mit dem Tod und entsprechenden Ritualen lassen sich Weltanschauung und Lebensart ablesen. So ist auch heute der letzte Abschied allgegenwärtig. Immer seltener ausgeblendet oder tabuisiert integriert sich der Tod in das Leben als Ganzes.

Erde ist in zahlreichen Mythen als Ursprung und Ende der menschlichen Existenz genannt, Inbegriff des Naturzyklus, Werden und Vergehen grosser Gegensätze. Feuer wiederum steht für Verwandlung schlechthin, sowohl für das Aufglühen des Lebens wie für dessen Veraschen.

In der Beschäftigung mit dieser Abschiedsthematik arbeitet die Künstlerin Maria Jansa an zeitlosen Grundformen, vermeidet aufdringliche Symbolik. Sie entwickelt im Prozess aus Kugel,Würfel, Zylinder auch Aschenhäuser, geschwungene Schreine oder Barken. Die Geborgenheit im Seelischen wird Ausdruck durch die Reduktion der Form als ein innerliches intensives Erlebnis.

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GROSSE SCHALEN

Der Kulturpsychologe Erich Neumann, für den das Gefäss in seiner ursprünglichen Zuordnung auf das Urmysterium des Weiblichen verweist, beschreibt mit der Formel
„Gefäss ist Körper ist Frau ist Welt“ eine elementare menschliche Erfahrung.