(Deutsch) Ausstellungen

12 ECKENBÜSSER

2020 3.Oktober – 1. November / Gruppenausstellung / Museum Villa Flora, Winterthur CH

ZIMMERECKEN AUF DEM KLAVIER UND IM GARTEN

8. Oktober, Vortrag zur Ausstellung in der Villa Flora von

BAZON BROCK

Eckendenken “Joseph Beuys, der Dalei Rama. Die Fettecke als Meisterwerk der theoretischen Kunst.”

Denkerei mobil mit Video-Dokumentation von Marina Sawall

Vortrags-Ausschnitt über die 12 Eckenbüsser von MARIA JANSA

In der Ausstellung „Zimmerecken“ in der Villa Flora Winterthur gibt es eine sehr schöne Darstellung der Eckensteher und Lückenbüßer. Eckensteher waren Personen die schamvoll aggressiv Passanten um Aufmerksamkeit angingen. Lückenbüßer waren Zählkanditaten, denen man für ein paar Pfennige zumutete, als jemand anderer in Erscheinung zu treten.
Beide Sozialtypen wurden den Schülern schon früh als Gegenbilder präsentiert. Wer im Unterricht für sich statt für die Lehrer Aufmerksamkeit reklamierte, wurde bestraft mit Eckenstehen, was gleichbedeutend damit war, aus dem Sozialverband ausgeschlossen und zur Individuierung, zur Vereinzelung gezwungen zu werden. Man stand in der Ecke und büßte, in dem man sich mit dem konfrontiert sah, was aussichtslos ist. Das war die größtmögliche Zumutung der Strafe als Fesselung in der Passivität. Kippenberger hat als Letzter dieses alteuropäische Motiv für sein Aktionswerk „Martin, Marsch in die Ecke“ bewirtschaftet.
Lückenbüßer gab es in jeder Klasse als die Schüler, an denen die Lehrer ihre schlechte Laune ausließen oder in Ermangelung zutreffender Beispiele die Nichtigkeit einer Schülerexistenz demonstrierten.

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LA DANCE MACABRE

2021 – AN VOGEL – Mitgliederausstellung, Palais Thurn & Taxis, Bregenz

„AN VOGEL“ IST IMMER AUCH EIN FREIRAUM

Kartheinz Pichler in der Kulturzeitschrift Vorarlberg, Mai 2021

(…) Ungewohntes, weil nicht in Keramik gearbeitet, gibt es diesmal von Maria Jansa zu sehen.
Die Idee zur Skelett-Installation „Dance Macabre“ sei unter dem Eindruck der Pandemie entstanden,
lässt die aus Fraxern stammende Künstlerin wissen. Inspiriert worden sei sie dazu einerseits von Knochen
in ihrer rohweissen Formenvielfalt sowie von Joseph Beuys Schmerzraum-Installation „Hinter dem Knochen wird gezählt“,
andrerseits von alten Darstellungen sogenannter Totentänze in Zeiten des Massensterbens
am „Schwarzen Tod“. Mit dem Titel ihrer Arbeit bezieht sie sich direkt auf das älteste überlieferte Wandfresko
Anfang 1400 auf einer Friedhofmauer in Paris: „La Dance macabre“.